MOBIL - Magazin der Deutschen Rheuma-Liga

Medizinisches Lexikon

Die Hämochromatose, auch Eisenspeicherkrankheit genannt, ist einer der häufigsten vererbten Stoffwechselstörungen. Der Körper nimmt zu viel Eisen aus der Nahrung auf, das Eisen wird in den Organen abgelagert und schädigt dort auf Dauer die Zellen. Mögliche Folgeerkrankungen sind Leberzirrhosen, Herzmuskelerkrankungen, Gelenkerkrankungen (Arthropathien) oder Diabetes mellitus. Da die Symptome erst auftreten, wenn sich genügend Eisen angereichert hat, ist eine rechtzeitige Diagnose sehr wichtig.

Zwar kann man die Hämochromatose nicht heilen, dafür lässt sie sich mit Aderlässen gut therapieren. Durch einen rechtzeitigen Behandlungsbeginn werden Organschäden vermieden und die Lebenserwartung der Betroffenen entspricht der von gesunden Menschen.

Ein erhöhtes Risiko für Hämochromatose ist anzunehmen, wenn Familienangehörige frühzeitig durch einen Herzinfarkt, eine Lebererkrankung, Diabetes oder Krebs gestorben sind. Verdacht auf Hämochromatose kann auch bei den folgenden Symptomen bestehen: arthritische Gelenkschmerzen, Veränderung der Hautfarbe nach bronze- oder olivfarbig, ohne dass die Sonne dafür Auslöser gewesen sein könnte, sowie rötliche Handflächen, erhöhte Leberenzyme, Herzrhythmusstörungen, Leibschmerzen und Gewichtsverlust, Libidoverlust oder Impotenz, Schilddrüsenüberfunktion, Depressionen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Hämochromatose-Vereinigung Deutschland e.V. - einem Zusammenschluss von Betroffenen -, Dr. med. Barbara Butzeck, Vidumestraße 23A, 45527 Hattingen, Telefon 02324 935234, E-Mail: dr.butzeck@haemochromatose.org, Internet: www.haemochromatose.org

Quelle: MOBIL, 6/ 2005, Seite 23

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