FAQ

Wie wird der Therapieeffekt bei der Hämochromatose kontrolliert?

Entscheidender Parameter für die Therapiekontrolle ist das Serum-Ferritin (Eisenspeicherprotein). Das Serum-Ferritin normalisiert sich unter einer Aderlasstherapie (wöchentliche Aderlässe) je nach Stadium der Erkrankung in der Regel innerhalb von 1-1½ Jahren. Allerdings existieren in Abhängigkeit von dem Zeitpunkt der Diagnose große Abweichungen.

Sind die Ferritinwerte zu Beginn der Aderlasstherapie deutlich erhöht, können diese sehr schwanken und unter Umständen trotz der Aderlässe ansteigen. Diese Beobachtung ist sehr häufig und hat für den Therapieerfolg keine Bedeutung. So sind die Messungen des Serum-Ferritins in hohen Bereichen sehr unzuverlässig. Erst wenn sich der Ferritinwert dem Normbereich nähert, gibt er den tatsächlichen Eisengehalt des Organismus relativ zuverlässig wieder.

Allerdings ist das Serum-Ferritin ein sogenanntes Akut-Phase-Protein, das im Rahmen von Entzündungsreaktionen des Organismus (z.B. Infektionen) ansteigen kann, ohne dass tatsächlich eine manifeste Eisenüberladung vorliegt. Sollten Zweifel an der Zuverlässigkeit des Serum-Ferritins bestehen, ist die Bestimmung anderer Entzündungsparameter (z.B. des C-reaktiven Proteins oder der Blutsenkungsgeschwindigkeit) sinnvoll. In solchen Fällen sind andere Kontrollverfahren wie die Kernspintomographie (MRT), die SQUID-Methode oder eine Leberbiopsie erforderlich. Bei der klassischen Hämochromatose reicht in der Regel allerdings eine Verlaufskontrolle des Serum-Ferritins aus.

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