FAQ

Wie wird die Hämochromatose behandelt?

Heute ist bekannt, dass nur ca. 30% der Betroffenen mit homozygoter C282Y-Mutation eine Eisenüberladung und Symptome entwickeln. Bei ansteigenden Werten von Ferritin > 300 µg/l wird mit der Aderlasstherapie begonnen. Initial werden bei der Hämochromatose in der Regel in 1-2 wöchentlichen Abständen Aderlässe von 7 ml/kg (max. 550 ml) durchgeführt. Nach Erreichen eines Ferritinwertes von weniger als 50 µg/l sind je nach Ausprägung der Erkrankung jährlich 2-12 Aderlässe notwendig. Nach den EASL-Leitlinien von 2010 sollte der Ferritinwert in der Erhaltungsphase zwischen 50 und 100 µg/l liegen. Bei Vorliegen von Restless Legs kann in Abstimmung mit den behandelnden Ärzten der Ferritinwert auf 150 µg/l oder höher eingestellt werden.
Durch die Einnahme von Schmerzmitteln, wie Diclofenac, Ibuprofen oder Magenschutzpräparaten, wie Omeprazol wird die Eisenaufnahme im Darm vermindert, so dass gelegentlich über Monate bis Jahre der Ferritinwert nicht wieder ansteigt und keine Aderlässe notwendig sind. Wichtig ist, dass der Ferritinwert regelmäßig, in der Intialphase alle 1-3 Monate und danach viertel- bis halbjährlich kontrolliert wird.

Eine medikamentöse Therapie mit Eisenchelatoren, wie z.B. Exjade, ist bei der Hämochromatose möglich, aber nicht so effektiv und deutlich teurer als der Aderlass. Außerdem können Nebenwirkungen auftreten. Daher greift man nur in wenigen Fällen (z.B. Anämie, schwere Herzerkrankungen u.a.) auf eine medikamentöse Therapie zurück.

zurück