FAQ

Kann ein Hämochromatose-Patient auch zur Blutspende gehen?

Im Mai 2015 wurde vom Gesundheitsministerium ein Votum zur Blutspendetauglichkeit von Hämochromatose-Betroffenen verabschiedet. Auch wenn die HVD für eine etwas offenere Zugangsmöglichkeit zur Blutspende plädiert, gibt es doch zum ersten mal eine Richtlinie, die für alle Beteiligten eine Sicherheit im Umgang mit diesem Thema bietet.


Hämochromatose-Patienten oder heterozygote C282Y-Merkmalsträger sind nicht automatisch von der Blutspende ausgeschlossen. Sie müssen jedoch den allgemeinen Kriterien zur Tauglichkeit als Spender entsprechen.

Nach den Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten, Hämotherapie (2005, Anpassung 05/2010) ist jeder als Blutspender geeignet, der sich nach ärztlicher Beurteilung in einem gesundheitlichen Zustand befinden, der eine Blutspende ohne Bedenken zulässt. Dies gilt sowohl im Hinblick auf den Gesundheitsschutz des Spenders als auch für die Herstellung von möglichst risikoarmen Blutkomponenten und Plasmaderivaten. (nachzulesen unter www.baek.de) .

Bericht von Frau Prof. Gathof: Hämochromatose: Vorbeugen durch Blutspenden?!

Tauglichkeitskrieterien zur Blutspende

Kriterium Anforderungen
Hämoglobin oder
Hämatokrit im Spenderblut
Frauen:
Hb = 12,5 g/dl (7,75 mmol/l) oder Hkt = 0,38 l/l
Männer:
Hb = 13,5 g/dl (8,37 mmol/l) oder Hkt =0,40 l/l
Alter 18-68 Jahre, Zulassung von älteren Spendern oder Erstspendern über 60 Jahre nach individueller ärztlicher Entscheidung möglich
Körpergewicht mindestens 50 kg
Blutdruck systolisch: 100-180 mm Hg
diastolisch: unter 100 mm Hg
Puls unauffällig, Frequenz 50-110/min; Spendewillige, die intensiv Sport betreiben und einen Puls von weniger als 50/min haben, können zugelassen werden
Temperaturmessung kein Fieber
Gesamteindruck keine erkennbaren Krankheitszeichen
Haut an der Punktionsstelle frei von Wunden und Verletzungen

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